Fettbrände gehören zu den gefährlichsten Brandarten im Haushalt. Besonders in der Küche entstehen sie schnell, oft unbemerkt – und viele reagieren im Ernstfall völlig falsch.
Der größte Irrtum: Wasser als Löschmittel. Schon ein kleiner Spritzer kann eine gewaltige Stichflamme auslösen und den Brand stark vergrößern.
In diesem Beitrag erfährst du, wie ein Fettbrand entsteht, warum Wasser ihn explosionsartig verstärkt und wie du im Notfall richtig handelst.
Wie entsteht ein Fettbrand?
Ein Fettbrand entsteht, wenn erhitztes Öl oder Fett eine Temperatur erreicht, bei der es sich selbst entzündet.
Typische Situationen:
- Öl wird auf dem Herd vergessen
- Pfanne oder Topf überhitzen
- Rückstände von Fett am Pfannenrand entzünden sich
- Frittiergeräte laufen trocken oder zu heiß
Beim Erhitzen verändert Fett seine Struktur und beginnt ab ca. 280 °C bis 350 °C zu brennen – je nach Art.
Sobald das Fett Feuer gefangen hat, entsteht eine sehr heiße, hochreaktive Flamme, die schnell wachsen kann.
Warum Wasser bei Fettbränden so gefährlich ist
Wasser wirkt bei Fettbränden nicht löschend, sondern brandbeschleunigend.
Der Grund: Wasser sinkt im flüssigen Fett nach unten, verdampft dort schlagartig und reißt brennende Fetttröpfchen mit sich nach oben.
Die Folge:
- explosionsartige Vergrößerung der Flamme
- Stichflammen bis zu mehreren Metern
- massive Verbrennungsgefahr
- schnelle Brandausweitung in der Küche
Ein einziger Tropfen Wasser genügt, um die Flamme drastisch zu vergrößern.
Die richtige Reaktion bei einem Fettbrand
1. Ruhe bewahren
Panik führt oft zu falschen Entscheidungen. Konzentriert handeln ist entscheidend.
2. Herd ausschalten
Sofort die Energiezufuhr stoppen – aber nur, wenn es gefahrlos möglich ist.
3. Deckel auf den Topf schieben
Ein passender Metall- oder Glasdeckel ist die sicherste Methode, einen Fettbrand zu ersticken.
Wichtig:
- Deckel von vorne auflegen, nie „werfen“
- Topf nicht bewegen
- Deckel einige Minuten geschlossen halten
4. Alternativ: Löschdecke
Eine zertifizierte Löschdecke ist geeignet, wenn sie fachgerecht verwendet wird:
- von vorne über die Flammen führen
- Hände geschützt halten
- nach dem Auflegen nicht wieder anheben
5. Abstand halten
Fettbrandflammen sind extrem heiß. Sicherheitsabstand wahren.
6. Feuerwehr rufen (112)
Wenn der Brand außer Kontrolle gerät oder Flammen bereits hochschlagen.
❌ Was du niemals tun solltest
- Kein Wasser
- Kein Mehl oder Zucker (explosionsfähig!)
- nur Feuerlöscher der Brandklasse F verwenden
- Keine Decken oder Tücher aus Stoff
- Topf nicht tragen oder bewegen
Diese Maßnahmen sind nicht nur unwirksam, sondern hochgefährlich.
Wie du Fettbrände von vornherein vermeidest
- Niemals unbeaufsichtigt erhitzen
- Fette nicht mehrfach überhitzen
- Deckel griffbereit halten
- Temperatur bei Fritteusen einhalten
- Leicht entzündliche Gegenstände fernhalten
Vorbeugen ist hier der wichtigste Schutz.
Was tun bei Verbrennungen?
Auch bei kleineren Flammen kann es passieren, dass sich jemand verletzt.
Grundregeln:
- kleinere Verbrennungen 10–20 Minuten mit lauwarmem Wasser kühlen
- Keine Hausmittel wie Öl, Creme oder Mehl
- Blasen nicht öffnen
- Bei größeren Verbrennungen: 112
Fazit
Ein Fettbrand ist ein ernster Notfall, der häufig aus Unwissen entsteht.
Die wichtigste Regel:
Wasser verschlimmert den Fettbrand – ein Deckel löscht ihn.
Mit wenigen klaren Handgriffen lässt sich die Situation kontrollieren, bevor sie gefährlich wird.
Wer diese Regeln kennt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch sein Zuhause und seine Familie.