Nasenbluten: Kopf nach hinten? Besser nicht.
Nasenbluten gehört zu den häufigsten kleinen Notfällen im Alltag – und gleichzeitig zu den Situationen, bei denen sich hartnäckige Mythen halten. Einer davon lautet: „Kopf nach hinten legen.“
Genau das sollte man nicht tun.
Warum Nasenbluten entsteht
Die Schleimhaut in der Nase ist sehr gut durchblutet. Trockene Luft, Erkältungen, ein Stoß gegen die Nase oder auch Bluthochdruck können kleine Gefäße zum Platzen bringen. In den meisten Fällen ist Nasenbluten ungefährlich – die richtige Erste Hilfe ist trotzdem wichtig.
Mythos: Kopf nach hinten legen
Früher wurde oft geraten, den Kopf nach hinten zu legen. Das hat jedoch klare Nachteile:
- Blut läuft in den Rachen
- Erhöhtes Risiko, Blut zu verschlucken
- Mögliche Übelkeit oder Erbrechen
- Blutungsmenge ist schlechter einschätzbar
Richtiges Verhalten bei Nasenbluten
So hilft man richtig:
- Aufrecht hinsetzen
- Kopf leicht nach vorne neigen – Blut kann abfließen
- Nasenflügel weich zusammendrücken (ca. 5–10 Minuten)
- Kühlen im Nacken (z. B. kalter Waschlappen)
- Ruhe bewahren und nicht schnäuzen
➡️ Hört das Nasenbluten nach etwa 10–15 Minuten nicht auf oder tritt sehr stark auf, sollte ärztliche Hilfe eingeholt werden.
Wann sollte man aufmerksam werden?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:
- Nasenbluten sehr häufig auftritt
- es nach einem Unfall passiert
- die betroffene Person Blutverdünner einnimmt
- Schwindel oder Schwäche auftreten
Wann sollte der Notruf 112 gewählt werden?
Auch wenn Nasenbluten meist harmlos ist, gibt es Situationen, in denen sofort medizinische Hilfe nötig ist:
- wenn das Nasenbluten länger als 20 Minuten trotz korrekter Maßnahmen anhält
- nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
- bei sehr starkem Blutverlust
- bei Schwindel, Schwäche oder Bewusstseinsveränderungen
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu früh den Notruf wählen als zu spät.
Fazit
Nasenbluten ist meist harmlos, erfordert aber die richtige Reaktion. Der Kopf bleibt nach vorne geneigt, die Nasenflügel werden sanft zusammengedrückt und Ruhe bewahrt. Hält die Blutung an, ist sie sehr stark oder tritt nach einem Unfall auf, sollte medizinische Hilfe hinzugezogen werden.
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